aufsatz

Die wichtigsten TEXTSORTEN

     Die wichtigsten TEXTSORTEN


Man unterscheidet im Wesentlichen fünf dominierende Textsorten. Diese teilt man in die Kategorie Sachtexte und literarische Text ein. Die Reportage, der Kommentar, die Glosse und die Satire gehören zu den Sachtexten. Die Erläuterung der Textsorte Bericht wurde vernachlässigt, da er keine bedeutenden sprachlichen Mittel aufweist. Die Kurzgeschichte gehört zu den literarischen Texten, dabei wird die Beschreibung des nichtssagenden Textäußeren durch die Charakterisierung der Hauptperson ersetzt.
1. Die Reportage
 
Als Grundlage für eine Reportage dient oft ein Nachricht, ein Geschehen, ein bestimmtes Ereignis oder das persönliche Interesse des Autors an einem Sachverhalt. Daher befasst sich die Reportage meist mit aktuellen Zuständen und Vorgängen in unserer Gesellschaft. Somit kann man daraus schließen, dass das inhaltliche Spektrum der Reportage weit gefächert ist. Neben der Information – wie sie auch in einem Bericht, einer Nachricht oder einem Lexikon zu finden ist – enthält die Reportage auch persönliche Erlebnisse und spannende Schilderungen. Diese Textsorte verbindet nämlich sachliche Informationen mit subjektiven Darstellungen. Meistens beginnt die Reportage mit einem Zitat, einem Erlebnisbericht oder einer persönlichen Schilderung, die zum Thema hinführt. Persönliche Darstellungsformen dieser Art wechseln sich im Folgenden immer wieder mit sachlichen ab, wie zum Beispiel dem Bericht – der Information über geschichtliche Hintergründe und Entwicklungen. Somit geht der Verfasser auf Allgemeines wie auch auf Konkretes – auf Details – ein. Dazu werden häufig Augenzeugen, Fachleute oder Betroffene zu einem Thema befragt. Das wird als Perspektivwechsel bezeichnet: Die Sichtweise des Autors wechselt vom Sachlichen ins Persönliche und umgekehrt. Vorraussetzung für eine Reportage ist, das der Autor selbst an Ort und Stelle des Geschehens war. Um den verschiedenen Anforderungen in der Darstellung gerecht zu werden, muss die Sprache unterschiedlich gestaltet sein. So stehen zum Beispiel geschichtliche Erklärungen und viele Hintergrundinformationen in der Vergangenheitsform, während andere Textteile in Präsens gesetzt werden. Dies wird als Tempuswechsel bezeichnet. Auch der Stil der Darstellung ist einmal sachlich, einmal subjektiv und gefühlsbetont. Satzbau und Wortwahl kann von einfach bis kompliziert alles beinhalten. Häufig sind Äußerungen von Sachverständigen eher kompliziert, während einfache Beschreibungen leicht verständlich bleiben. Die Reportage ist eine journalistische Stilform; sie ist daher vor allem in Zeitungen und Zeitschriften zu finden. Dementsprechend ist sie meist mit einem klar erkennbaren Titel, einem Untertitel und manchmal auch einem Vorspann ausgestattet. Zwischenüberschriften, Absätze und Spalten schaffen Übersichtlichkeit. Fast immer wird die Aussagekraft der Reprotage durch Bilder, Fotos, Statistiken oder Illustrationen unterstützt, denn diese liefern den Leser weitere Informationen. Da die Reportage eine persönliche Darstellungsform ist, wird der Name des Autors stets angegeben. Im Gegensatz zum Bericht hat der Autor hier die Möglichkeit, seine persönliche Einstellung, seine eigenen Eindrücke einzubringen. Er möchte dem Leser seine Meinung zu einem Thema mitteilen und dessen Gedanken vielleicht auch in eine bestimmte Richtung lenken. Andererseits ist es die Absicht des Autors, den Leser ausführlichst über ein Thema zu informieren. Die Erwähnung von Hintergründen und Zusammenhängen soll dazu beitragen, dass der Leser sich mit einem bestimmten Sachverhalt vertraut machen kann. Die oft spannende und abwechslungsreiche Darstellung der Reportage besitzt meistens auch einen Unterhaltungswert.

Die Textsortenmerkmale der Reportage

 - Tempuswechsel
  - Wechsel zwischen subjektiver und objektiver   
    Darstellungsform
  - Perspektivwechsel
    
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2. Der Kommentar

Der Kommentar ist eine persönliche Stellungnahme eines Journalisten. Dabei werden Hintergründe und nähere Umstände analysiert und Tatsachen in Zusammenhängen gesehen. Hierbei werden nicht nur aktuelle Themen, sondern auch sich aufzeigende Entwicklungen auf politischem, sozialem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Der Kommentar ist immer nach den gleichen Schemata aufgebaut. Zuerst wird das Thema – das kommentiert werden soll – kurz angesprochen, dann folgt eine Erklärung der Zusammenhänge und eine Darstellung der Hintergründe aus der Sicht des Journalisten. [Er bewertet also das Thema und begründet seine Meinung.] Oft endet der Kommentar mit einer Schlussfolgerung, einer Kritik oder einer Empfehlung. Meistens ist diese Textsorte in einer gut verständlichen Sprache abgefasst. Sie kann aber durchaus auch einen komplizierten Satzbau aufweisen. Als Stilmittel werden häufig Fremd- und Fachworte, Metaphern und Ironie eingesetzt. Ein Kommentar kann sachlich, aber auch aggressiv verfasst sein. Zum Layout dieser Textsorte kann man sagen, dass sie sich meist deutlich von anderen Beiträgen in der Zeitung absetzt. Denn in vielen Nachrichtenmagazinen ist für Kommentare stets derselbe Platz reserviert oder er wird durch bestimmte Überschriften gekennzeichnet. Der Name des Verfassers wir immer vollständig angegeben, oft kann man auch eine E-Mail Adresse auffinden. Der Autor möchte, dass der Leser seines Kommentars Ereignis oder Entwicklungen besser versteht, er möchte auch seinen persönlichen Standpunkt verbreiten. Daraus kann man schließen, dass er die Meinung des Lesers beeinflussen will. Das einzige Problem beim Kommentar ist, dass der Leser zwischen Information und persönlicher Meinung des Verfassers unterscheiden muss.

Die Textsortenmerkmale des Kommentars

 - typischer Aufbau
  - Kombination von persönlicher Meinung und
    Information
  - äußere Gestaltung

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3. Die Glosse
Die Glosse beschäftigt sich meistens mit einem allgemeinen Geschehen, allerdings nimmt sie eher eine allgemeine Zeiterscheinung aufs Korn als eine sterile Nachricht. Meistens bezieht sie sich auf Alltagssituationen und drückt klar die Meinung des Autors aus. Diese Textsorte beschränkt sich immer nur auf ein Thema. Der Aufbau ist bei der Glosse immer gleich: Meist wird zunächst das Thema angesprochen, dann wird es an Beispielen veranschaulicht und deutlich überspitzt behandelt. Auf jeden Fall ist die Übersteigerung in der Darstellung, der Umschwung ins Unrealistische und die Pointe – ein überraschend, geistreicher Schluss – typisch. Häufig verwendet die Glosse Stilmittel wie Neologismen, Hyperbeln, Vergleiche, Metaphern, Personifikationen; dadurch entsteht in der Regel eine ironische Wirkung. Der Satzbau ist eher komplex, das heißt von Satzgefügen und Satzreihen geprägt. Ellipsen und rhetorische Fragen gestalten die Sprache lebendig und lebensnah, treffende Adjektive und auch Fachausdrücke oder Fremdworte kennzeichnen die Wortwahl. Es kann auch vorkommen, dass Umgangssprache verwendet wird. Die Glosse erscheint üblicherweise in Zeitungen, aber vor allem Zeitschriften und hat dort auch ihren festen Platz. Abgesehen vom Titel hebt sie sich oft durch einen anderen Schrifttyp und eine Umrahmung von den übrigen Texten ab. Als Ergänzung zum Thema sind in der Nähe der ab und zu Karikaturen, Zeichnungen oder Bilder zu finden. Hin und wieder zeigt ein Foto den Autor/die Autorin des Textes. Der Verfasser nimmt hier ein Thema auf, das ihm am Herzen liegt oder zu dem er zumindest deutlich seine Meinung äußern möchte. Allerdings ist diese Meinungsäußerung nicht immer ganz ernst zu nehmen; schließlich ist sie überspitzt dargestellt. Sie dient also auch der Unterhaltung durch eine witzige und spöttische Darstellung. Daneben will der Autor auf eine Zeiterscheinung aufmerksam machen, die sonst vielleicht im Alltag untergehen würde. Die Glosse möchte den Leser dazu bringen, sich über seine Einstellung zu dieser Zeiterscheinung klar zu werden und sein eigenes Verhalten zu überprüfen. Er kann sich sogar regelrecht ertappt fühlen.

Die Textsortenmerkmale der Glosse

 - Übersteigerung in der Darstellung
  - Umschlag ins Unrealistische
  - Pointe [effektvoller, geistreicher Schluss]

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4. Die Satire
Die Satire fällt unter das Schema der literarischen Spottschriften, das heißt sie verspottet gesellschaftliche Missstände, sie kann sich aber auch auf Personen oder andere literarische Werke beziehen. Die Textsorte weist keinen festen Aufbau auf, die wird ganz individuell gestaltet. Häufig kommt es vor, dass die Satire zunächst realistisch beginnt und dann immer mehr ins Unwirkliche abgleitet oder immer wieder Unrealistisches einbaut. Die sprachliche Gestaltung ist oft sehr bewusst gewählt. So kann der Stil ironisch, polemisch, zynisch, zornig, ernst, komisch aber auch liebenswürdig sein. Somit verwendet der Verfasser viele Stilmittel wie zum Beispiel, Hyperbeln, Ironie und Neologismen. Daneben wird häufig Umgangssprache eingesetzt – Wortwahl und Satzbau können durchaus anspruchsvoll sein. Der Autor möchte ungünstige, gesellschaftliche Probleme oder falsche Verhaltensweisen anprangern, sie bewusst machen und der Lächerlichkeit preisgeben. Somit ist die Satire oftmals ein verbaler Ausdruck für Aggression. Das Problem dabei besteht darin, dass die Satire oft mit der Glosse verwechselt wird, da sie ähnliche Stilmittel verwenden. Unterscheiden lassen sich die beiden Textsorten vor allem durch die Stärke der Übertreibung. Die Satire überspitzt ihr Thema deutlich, führt sogar ins Unrealistische, während die Glosse weniger scharf und bösartig-spöttisch mit dem Thema umgeht.

Die Textsortenmerkmale der Satire

 - deutlich Überzogene Darstellung
  - Verspottung eines Verhaltens
  - deutlich Unrealistisch
  - Offenbarung der Wahrheit

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5. Die Kurzgeschichte
Eine Kurzgeschichte beschäftigt sich immer mit Alltagsmenschen, insbesondere mit einer speziellen Alltagssituation, die für die Hauptperson von besonderer Bedeutung ist. Sie stellt nämlich in ihrem Leben einen Wendepunkt dar. Diese Situation könnte grundsätzlich jedem von uns begegnen. Der Charakter einer Person wird durch indirekte Beschreibungen so deutlich umrissen, dass der Leser sich ein klares Bild machen kann. Die Kurzgeschichte beginnt immer unmittelbar, das heißt sie besitzt keine Einleitung, sondern beginnt sofort mit dem Geschehen. Ebenso endet die Kurzgeschichte offen, sie bietet keine Lösung für die dargestellten Probleme. Somit kann wird der Leser miteinbezogen, der sich sein eigenes Ende denken muss. Ein weiteres Merkmal wäre, dass es nur einen Handlungsstrang gibt, das bedeutet, dass nur eine Geschichte ohne Nebenhandlungen geschrieben wurde. Da die Kurzgeschichte jeden ansprechen möchte, bedient sie sich der Alltagssprache, daher wird häufig Umgangssprache eingesetzt, es tauchen wörtliche Reden als Dialoge und Monologe auf. Dadurch wirkt der Text lebendig ist leicht verständlich. Darüber hinaus kommen häufig Symbole vor. Das Symbol bildet das Grundgerüst der Kurzgeschichte und steht für die Aussage der Geschichte. Die Sätze dieser Textsorte sind meist kurz, es können aber auch Satzgefüge und Satzreihen verwendet werden. Ellipsen gehören ebenfalls zum alltäglichen Sprechen, weshalb sie in der Kurzgeschichte Verwendung finden. Die Wortwahl ist eher schlicht und einfach, nur selten fallen spezielle Fach- oder Fremdwörter auf. Der Verfasser einer Kurzgeschichte stellt ein menschliches Problem in den Mittelpunkt, etwas einen Gewissenkonflikt oder die Sinnlosigkeit von Kriegen. Wichtig ist hier vor allem die Allgemeingültigkeit. Da diese Textsorte einen offenen Schluss, somit wird keine Lösung gegeben, dadurch wird der Leser gefühlsmäßig angesprochen und zu einer eigenen Stellungnahme hingeführt. Die Kurzgeschichte löst oft Betroffenheit aus, sie auch sehr amüsant sein und Unterhaltungswert besitzen.

Die Textsortenmerkmale der Kurzgeschichte

 - Wendepunkt im Leben eines Menschen
  - unmittelbarer Einstieg in das Geschehen
  - offener Schluss
  - nur eine Handlungsstrang


5.1 Die Charakterisierung der Hauptperson 
Falls ein literarischer Text zu bearbeiten ist, ersetzt der Aufgabensteller eine Beschreibung des – hier nichtssagenden – Textäußeren häufig durch eine Charakterisierung der Hauptperson. 

Die Hauptperson kann man mithilfe folgender Fragen ermitteln
  • Wer sind die Handlungsträger?
  • Wer vermittelt die Aussage des Textes
 Im Allgemeinen sind die Hauptpersonen sehr leicht daran zu erkennen, dass sie die Handlung bestimmen und vorantreiben. Sie tauchen viel häufiger auf, als andere Personen.  

Wie kann man etwas über den Charakter der Hauptperson herausfinden?

 
1. Man sucht sich alle äußeren Angaben zu den Hauptpersonen, die im Text zu finden sind, heraus. Diese können sein:
  • Name
  • Alter
  • Äußeres Erscheinungsbild (z.B. Größe, Körperbau, Haarfarbe, Gesichtszüge, Kleidung, besondere Auffälligkeiten)
  • persönliche Lebensumstände (z.B. Beruf, Wohnort, familiäre Situation, soziales Umfeld)
 2. Man beschreibt die Charaktereigenschaften der Hauptperson. Diese können sein:
  • typische Verhaltensweisen (z.B. Art, sich zu bewegen oder zu sprechen, Verhalten gegenüber den Mitmenschen, gegenüber Tieren, gegenüber der Umwelt)
  • typische Eigenschaften (z.B. Mut, Ängstlichkeit, Fleiß, ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, Neigung zu Optimismus oder Pessimismus)
  • Wertvorstellungen
  • Wünsche
Die Charakterzüge einer Person können direkt beschrieben oder sich indirekt zu aus ihrem Verhalten erschließen lasse.  Wie arbeitet man die gefundenen Details aus?
 
  1. Stelle die gefundenen oder vermuteten Eigenschaft der Hauptperson deutlich dar.
  2. Belege sie mit Zitaten oder zumindest mit Zeilenangabe!
  3. Binde Deine Darstellung in den Gesamtzusammenhang der Geschichte ein, damit sie verständlich bleibt.

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